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Artikel vom 23.06.2015:

 
„Pflegekräfte haben kein erotisches Verhältnis zu Akten!“
 

Vor 20 Jahren wurde die Pflegeversicherung aus der Taufe gehoben. Nun soll sie überarbeitet werden. „Geld alleine pflegt nicht. Du brauchst auch einen, der sich kümmert“, so die Theorie von Staatssekretär Karl-Josef Laumann (CDU).  Er erläuterte die geplanten Änderungen am Montagabend in passender Kulisse. Senioren Union (SU) und Junge Union (JU) im Kreis Unna hatten gemeinsam in das Altenzentrum Schmallenbachhaus in Fröndenberg/Ruhr eingeladen.

Dass sich die Senioren Union mit dem Thema befasst, liege auf der Hand, meinte einleitend Ernst-Dieter Standop als SU-Kreisvorsitzender. Warum auch die CDU-Junioren daran interessiert sind, begründete Stephan Wehmeier, Chef der Kreis-JU, sehr einleuchtend: „Entweder haben wir pflegebedürftige Familienangehörige, in der Regel die Großeltern. Oder wir arbeiten in der Pflege. Dann sind wir direkt betroffen. Oder wir fragen uns gerade, ob wir eine entsprechende Zusatzversicherung abschließen sollten.“

Gastredner Laumann, Patientenbeauftragter und Bevollmächtigter der Bundesregierung für Pflege, kennt die Unzulänglichkeiten der jetzigen Pflegeversicherung nur zu gut. Ändern soll sich zum Beispiel ab 2017 die Definition, wann welche Pflege angebracht ist. In Zukunft wird der individuelle Grad der Selbständigkeit eines Menschen das Ausmaß der Pflege bestimmen. „Damit tragen wir endlich auch den vielen Demenzerkrankten mit ihren ganz besonderen Einschränkungen Rechnung“, so Laumann.

Nicht zuletzt müssten mittlerweile eingetretene gesellschaftliche Veränderungen berücksichtigt werden. „Die mittlere Generation steht heutzutage fast komplett im Beruf. Wir wollen die Tagespflege ausbauen, um genau diese Menschen und natürlich auch die vielen hochbetagten Pflegenden bei der Betreuung ihrer Angehörigen zu entlasten“, erklärte Laumann. Wichtig sei dabei, dass die Tagespflege im nahen Umfeld stattfinde: „Hier müssen die Kommunen gemeinsam mit den Pflegeeinrichtungen für eine entsprechende Infrastruktur sorgen.“

Künftige Probleme sieht der Staatssekretär eher nicht in der Finanzierung. Vielmehr müsse die Gesellschaft eine Antwort finden auf die Frage, wie man genügend Menschen motivieren könne, in der Pflege zu arbeiten. Dazu Laumann: „Pflege muss sich zu einer eigenständigen Disziplin emanzipieren. Die dort vorkommenden Berufe müssen attraktiver gestaltet und auch besser bezahlt werden.“ Dazu gehöre laut Laumann auch der Abbau überflüssiger Bürokratie. „Pflegekräfte haben kein erotisches Verhältnis zu Akten. Pflegekräfte wollen pflegen!“

Heinz Fleck, Geschäftsführer der gastgebenden Einrichtung, konnte hier nur beipflichten. Er wünscht sich für die nächsten Jahre, dass die ärztliche Versorgung in den Pflegeheimen verbessert wird: „Mit unserem Modellprojekt mit dem Ärztenetz im Kreis Unna sind wir da schon auf einem guten Weg.“ Außerdem müsse ein regelmäßiger Austausch mit der Politik stattfinden. Darüber hinaus sei ehrenamtliches Engagement, wie zum Beispiel vom Förderverein des Schmallenbachhauses, als Ergänzung der professionellen Pflege unverzichtbar, um den zu Pflegenden eine Teilhabe am Leben zu ermöglichen.

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